SONDERSCHAU 2021:

PFLANZEN - ERNTEN - ESSEN

Ernährung von der Urzeit bis ins Mittelalter

Das Pflanzen von Getreide und die Aufzucht von Tieren erhöhten die Nahrungssicherheit der Menschen, die bis dahin vom Jagen und Sammeln lebten. Bauern, die vom Nahen Osten über den Balkan im 6. Jahrtausend v. Chr. in das dünn besiedelte Mitteleuropa kamen, brachten Kulturpflanzen, Haustiere und das damit verbundene Knowhow mit. Die Verkleinerung der Waldflächen für den Bau der Häuser und die Anlage der Felder begann mit der Jungsteinzeit. Neue Technologien wie Pflug, Rad und Wagen ermöglichten die Ausweitung der Ackerflächen schon ab dem 4. Jahrtausend vor Chr.

Verkohlte Brotreste, Breireste, Samenkörner und im Schlamm der Feuchtbodensiedlungen konservierte Obststücke sowie Tierknochen, Schneckengehäuse und Muschelschalen zeigen uns den Speisezettel der urzeitlichen Menschen. Neue Analysemethoden ergänzen vieles, was nicht auf den ersten Blick erkennbar ist, wie Milchrückstände, Honig oder Fette. Von den Griechen und Römern gibt es bereits Speiserezepte. Letzteren verdanken wir in unserem Raum den Obstbau, neue Kulturpflanzen und Gewürze.

Karl der Große gibt um 800 v. Chr. im Capitulare de villis Anweisung zur Bebauung und Verwalung der Krongüter. Aus den mittelalterlichen Wirtschaftsbüchern kennen wir viele Details des Anbaus und der Küche. Mit der Entdeckung der Neuen Welt kommen viele Kulturpflanzen zu uns, die für uns heute selbstverständlich erscheinen. Den Endpunkt der Schau bildet eine Ausblick auf den Beginn der Industrialisierung der Landwirtschaft an der Wende vom 19. zum 20. Jhd.

Viel Neues seit 2019

Gemeinsam mit der Marktgemeinde Angern (Bgm. Robert Meissl und OV Ernst Hahn), sowie mit Unterstützung der Kulturabteilung des Amtes der NÖ Landesregierung konnte der Museumsverein Stillfried im Winter 2018/19 ein lange geplantes Vorhaben zur Museumserweiterung und zur Barrierefreiheit umsetzen. Die Raiffeisen-Regionalbank Gänserndorf unterstützt den Verein bei diesem Projekt als Finanzierungspartner mit Topkonditionen.

Nach Übersiedlung des bisher im Haus untergebrachten Kindergartens in eine neue, topmoderne Bleibe war es möglich, einen Behindertenlift an das Gebäude anzubringen. Zusätzlich konnte ein neuer Kassen- und Shopbereich im Erdgeschoß eingerichtet werden. Der nunmehr freigewordene alte Kassenbereich im ersten Stock wurde in den Schaubereich eingegliedert.

Spezialführung durch die spätbronzezeitliche Wallburg von Stillfried 

DI Dr. Markus Ausserleitner führt durch die Anlage und bringt Sie auch zum berühmten Lackprofil des westlichen Befestigungswalles. Dieses ist mit über 40 m2 eines der größten in Europa und wohl auch das einzige, das wieder in einem Schauraum vor Ort im Wallschnitt selbst besichtigt werden kann. Traditionell werden Lackprofile, mit denen die bei der Ausgrabung erschlossenen Erdschichten konserviert werden, im Museum ausgestellt. Im Stillfrieder Museum selbst ist ein kleines Lackprofil einer altsteinzeitlichen Feuerstelle zu sehen.

Das Profil des Walles zeigt Schichten von der Altsteinzeit bis zum zweiten Weltkrieg und ist in dieser Form einmalig. Lassen Sie sich in vergangene Zeiten entführen und hören Sie, mit welchem Aufwand die Erhaltung dieses einmaligen Schichtprofils, in dem Fachwissenschafter wie in einer Urkunde lesen können, bewerkstelligt werden konnte.

TERMINE: 16. Mai, 22. August, 12. September 2021, jeweils 14:00 Uhr

TREFFPUNKT: Museumskassa

KOSTEN: Euro 2.- pro Person (zusätzlich zum Museumseintritt)

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