Pflanzen - Ernten - Essen

Ernährung von der Urzeit bis ins Mittelalter

Das Pflanzen von Getreide und die Aufzucht von Tieren erhöhten die Nahrungssicherheit der Menschen, die bis dahin vom Jagen und Sammeln lebten. Bauern, die vom Nahen Osten über den Balkan im 6. Jahrtausend v. Chr. in das dünn besiedelte Mtteleuropa kamen, brachten Kulturpflanzen, Haustiere und das damit verbundene Knowhow mit. Die Verkleinerung der Waldflächen für den Bau der Häuser und die Anlage von Feldern begann mit der Jungsteinzeit. Neue Technologien wie Pflug, Rad und Wagen ermöglichten die Ausweitung der Ackerflächen schon ab dem 4. Jahrtausend vor Chr.

Verkohlte Brotreste, Breireste, Samenkörner und im Schlamm der Fechtbodensiedlungen konservierte Obststücke sowie Tierknochen, Schneckengehäuse und Muschelschalen zeigen uns den Speisezettel des urzeitlichen Menschen. Neue Analysemethoden ergänzen vieles, was nicht auf den ersten Blick erkennbar ist, wie Milchrückstände, Honig und Fette. Von den Griechen und den Römern gibt es bereits Speisenrezepte. Letzteren verdanken wir in unserem Raum den Obstbau, neue Kulturpflanzen und Gewürze.

Karl der Große gibt um 800 v. Chr. im Capitulare de villis Anweisungen zur Bebauung und Verwaltung der Krongüter. Aus den mittelalterlichen Wirtschaftsbüchern erkennen wir viele Details des Anbaus und der Küche. Mit der Entdeckung der Neuen Welt kommen viele Kulturpflanzen zu uns, die für uns heute selbstverständlich erscheinen. Den Endpunkt der Schau bildet ein Ausblick auf den Beginn der Industrialisierung der Landwirtschaft an der Wende vom 19. zum 20. Jhd.